Ein Wald bietet sich an für eine Notfallgrube
Home » Survival » Die Notfallgrube – Schutz gegen Niederschlag und Kälte

Die Notfallgrube – Schutz gegen Niederschlag und Kälte

Bei Streifzügen durch die Wildnis ist ein gutes Basiscamp Gold wert. Wenn man allerdings ungewollt unterwegs ist und die richtige Ausrüstung fehlt, kann es schnell brenzlig oder zumindest sehr unangenehm werden – wenn beispielsweise starker Regen droht. Die Nässe kann bereits bedrohlich genug sein – ist es aber außerdem auch noch kalt (Spätherbst / Winter), drohen Unterkühlung und andere, die Gesundheit bedrohende Umstände. Wer dann in der Lage ist, sich auf die Schnelle eine Notfallgrube einzurichten, steigert seine Chancen, relativ unbeschadet aus dieser Schlechtwetterlage herauszukommen, deutlich. Eine Notfallgrube soll mehrere Punkte abdecken, um die schlimmsten Feinde der körperlichen Unversehrtheit zu gewährleisten.

Problemstellungen bei Schlechtwetterlage

In den mitteleuropäischen Breitengraden sind wirklich extreme Wetterlagen eher selten – aber es gibt sie. Ein plötzlich aufziehendes Gewitter, starker Schneefall und eisiger Wind sind ernstzunehmende Faktoren, die lebensbedrohlich werden können, wenn man sich nicht schnell darauf einstellt. 3 primäre Punkte gilt es vornehmlich zu beachten:

  • Wasser/Schnee von oben
  • Fließendes Wasser auf Bodenniveau
  • Eisiger Wind

In der Regel findet man sich in Situationen wieder, die mindestens 2 dieser 3 genannten Elemente beinhaltet. Die Notfallgrube bietet Schutz gegen alle 3 Faktoren, ist relativ schnell eingerichtet und kann mit einfachsten Mitteln geschaffen werden. Versierte Menschen mit Vorliebe zum Outdoor-Leben haben eines zumindest immer mit dabei: ein gutes Messer. Obwohl es im Ernstfall natürlich auch ohne geht, ist ein Messer sehr hilfreich und vereinfacht die eine oder andere Arbeit erheblich.

Schematischer Aufbau einer Notfallgrube

Bei der nachfolgenden Zeichnung werden das Schema und die eigentliche Einfachheit der Notfallgrube offensichtlich.

Zeichnung einer Notfallgrube - Schematische Erklärung

Die Grube selbst

Das zentrale Element ist die eigentliche Grube, in die man sich während des Notfalls kauern kann. Sie muss so tief und geräumig sein, dass der ganze Körper darin Platz findet. Da es sich um einen zeitlich begrenzten Notfall handelt, sollte keine Rücksicht auf den Komfort genommen werden. Solange der Körper darin unterkommt, ist das Ziel der Grube bereits erreicht. Die Grabarbeit wird erleichtert, wenn man eine bereits vorhandene Kuhle im Boden nutzt. Es muss darauf geachtet werden, dass das Gelände, in dem die Notfallgrube ausgehoben wird, leicht abschüssig ist.

Der Drainagegraben

Gegen das möglicherweise auf der Oberfläche abfließende Wasser starker Regenschauer hilft ein kleiner Drainagegraben, der, wie auf der Zeichnung zu sehen ist, rings um die Notfallgrube herum ausgehoben wird. Das Funktionsprinzip entspricht einer Regenrinne – fließendes Wasser wird aufgefangen, um die Grube herumgeleitet und fließt durch die Ablaufrinnen unterhalb der Grube wieder ins Gelände. Das Volllaufen der Grube wird dadurch wirksam verhindert.

Die Ablaufrinnen

Die Ablaufrinnen müssen weder besonders formschön noch überdimensioniert erstellt werden. Besser ist es, mehrere kleine Abläufe in den Boden zu kratzen, damit sich das Wasser nicht aufstauen kann, sondern direkt wieder abläuft.

Der Regenschutz / Schutz gegen Niederschläge

Der in der Schemazeichnung zu sehende Regenschutz ist nur eine beispielhafte Illustration dessen, was zum Schutz gegen Niederschläge erledigt werden sollte. Im Idealfall hat man dafür einen Poncho, es genügen aber auch Äste/Blattwerk oder andere Dinge, die sich halbwegs wie gewünscht platzieren lassen. Wichtig ist, dass der Regen möglichst komplett aufgefangen und an der Grube vorbei abgeleitet wird.

Das Gestänge wird aus herumliegenden Ästen zusammengestellt. Durch die Tatsache, dass es sich nur um einen temporären Schutz und nicht um einen ausgewachsenen Shelter handelt, muss man sich hier auch nicht verkünsteln. Die Grube und damit auch die darin befindliche Person sollen geschützt werden – um mehr geht es nicht.

Notsituationen möglichst vermeiden

Trotz der vielen Möglichkeiten, die sich in Notfällen als sehr nützlich erweisen, sollte man stets bestrebt sein, sich überhaupt nicht erst in gefährliche Situationen zu begeben. Im Übrigen sollte man Fähig- und Fertigkeiten wie den Bau einer Notfallgrube unbedingt ausprobieren, bevor man in einer Notsituation ist. Wenn man schon einmal eine solche Grube gebaut hat, prägt sich der Vorgang entsprechend ein und die nächste Grube wird schneller fertig und überdies in der Regel auch noch besser als die erste.

Michael

Michael

Michael beschäftigt sich seit Jahren mit den Themen Survival und Prepping. Seine Erfahrungen gibt er in ausführlichen Beiträgen auf Outdoornet und anderen Publikationen weiter.

Kommentar Hinzufügen