Outdoorlandschaft mit Zelten
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Wildcampen

Mit Rucksack losziehen und dort sein Zelt aufschlagen, wo es einem gefällt – traumhafte Vorstellung, doch Wildcampen ist in fast allen europäischen Ländern verboten. Dennoch muss dieser Traum nicht aufgegeben werden, denn häufig wird Wildcampen geduldet. In manchen Gebieten ist zwar das Zelten nicht erlaubt, aber das Übernachten im Schlafsack ist meistens möglich. Grundsätzlich sollte in Naturschutzgebieten nicht wildgecampt werden. Dort stehen häufig Campingplätze oder Biwakplätze zur Verfügung. Wildcampen in naturgeschützten Gebieten wird in der Regel mit hohen Bußen bestraft.

Die folgende Tabelle zeigt die Regelungen zum Wildcampen der einzelnen Länder auf. Zudem bietet sie eine Übersicht, wie die Durchsetzung dieser Regelungen in der Praxis aussieht.

Land

Regelung

Durchsetzung

Belgien

Hier gilt die 24-Stunden-Regel, die für das Übernachten außerhalb von Campingplätzen auf Parkplätzen, Straßen und Privatgrundstücken gültig ist. Auf Privatgrundstücken darf man auch mehrere Nächte campen. An der Küste ist das Wildcampen grundsätzlich verboten und dort tritt auch nicht die 24-Stunden-Regel in Kraft.

 

Das Campingverbot wird an der Küste streng durchgesetzt. Besonders in den Sommermonaten sind die Kontrollen strikt.

Bulgarien

Wildcampen ist verboten und auch auf Privatgrundstücken nicht erlaubt.Einwohner und der Großteil der Polizisten tolerieren Wildcamper in der Regel. Manchmal erhält man sogar von einem Polizisten gute Tipps für Plätze zum Übernachten unter freiem Himmel. Nur vor größeren Städten und in Naturparks wird strenger kontrolliert.

 

Dänemark

Wildcampen ist verboten und vor allem in Dünengebieten und an Stränden nicht erlaubt. Auf Privatgrundstücken darf mit Erlaubnis der Besitzer gecampt werden.Es gibt zahlreiche ausgewiesene Wälder, in denen wildcampen für eine Nacht erlaubt ist. Zudem gibt es eine rechtliche Grauzone für das Übernachten ohne Zelt außerhalb der Vogelbrutzeit an der Küste: Da der Aufenthalt Tag und Nacht gestattet ist, kann rein rechtlich gesehen niemand etwas gegen das Biwakieren ausrichten.

 

Deutschland

Wildcampen ist verboten, auf Privatgrundstücken jedoch mit Genehmigung des Eigentümers erlaubt.

Zudem ist die Regelung zum Wildcampen je nach Bundesland unterschiedlich.

In der Regel ist es kein Problem, die Erlaubnis eines Privatgrundstückbesitzers zu erhalten. Vor allem in ländlichen Gebieten ist dies fast immer möglich.
Biwakieren wird fast überall für eine Nacht toleriert.

England

Für das Zelten außerhalb von Campingplätzen muss die Genehmigung der örtlichen Behörden oder des Grundstückbesitzers eingeholt werden.Der überwiegende Teil der Grundstücke in England sind in privater Hand. Die meisten Grundstücksbesitzer erlauben das Zelten für eine Nacht, wenn man sie freundlich fragt. Auch in abgelegenen Gebieten ist es in der Regel problemlos möglich, für eine Nacht sein Zelt aufzuschlagen. Zudem ist das Campen in einigen Nationalparks erlaubt.

 

Estland

Außerhalb von geschlossenen Ortschaften ist es auf Straßen, Parkplätzen und Privatgrundstücken erlaubt, eine Nacht zu übernachten.

 

Die Bevölkerung sowie die Polizei stehen Wildcampern in der Regel tolerant gegenüber. Die meisten Bauern erlauben auf Nachfrage auch das Zelten auf Privatgrund für eine Nacht.

Finnland

Es gilt das Jedermannsrecht: Die Natur darf unbeschränkt von jedem genutzt werden. Eine Übernachtung  ist somit erlaubt – ausgenommen sind landwirtschaftlich genutzte Flächen, Naturschutzgebiete, Nationalparks und Badestrände.

 

Niemanden stören (auch nicht die Tiere in der Natur) und nichts zerstören – solange sich an diese Regel gehalten wird, ist Wildcampen für eine Nacht problemlos möglich.

Frankreich

Wildcampen ist grundsätzlich verboten. In manchen Regionen ist jedoch das Zelten und Biwakieren auf Straßen, Parkplätzen und Privatgrundstücken mit Genehmigung der lokalen Behörde erlaubt.In Touristenzentren sowie in Nationalparks wird Zelten und Biwakieren streng kontrolliert und teils auch mit hohen Geldbußen bestraft. In ländlichen Regionen abseits der touristischen Gebiete geht man toleranter mit Wildcampern um. Dort sind auch immer Privatgrundstücksbesitzer zu finden, die das Übernachten auf deren Land erlauben.

 

Griechenland

Wildcampen sowie Biwakieren ist außerhalb von Campingplätzen verboten.In Touristenzentren sowie an den Stränden wird das Wildcampingverbot in der Hochsaison streng durchgesetzt. In der Nebensaison sowie in der Hauptsaison außerhalb der touristischen Gebiete und besonders im Inland werden Wildcamper von Polizei und Einwohner in der Regel toleriert.

 

Irland

Wildcampen ist verboten und auf Privatgrundstücken nur mit Genehmigung der örtlichen Behörden erlaubt.Solange nur eine Nacht gecampt wird, reagieren Behörden und Einwohner in der Regel tolerant gegenüber Wildcampern.

 

Italien

Wildcampen ist grundsätzlich verboten.In touristischen Gebieten sowie an der Küste wird das Verbot streng kontrolliert. Wer dennoch wildcampt, muss dort mit hohen Geldstrafen rechnen.

Außerhalb der Touristengebiete und im Inland wird Wildcampen von Einwohnern und Behörden meistens toleriert.

 

Kroatien

Wildcampen ist generell verboten und auch auf Privatgrundstücken ist das Zelten nicht erlaubt.In Touristengebieten, an der Küste und in den Nationalparks wird das Verbot streng kontrolliert. Wer dort trotzdem wildcampt, muss mit Geldstrafen von rund 400 Euro rechnen.
Außerhalb der touristischen Orte und im Inland gehen Polizei und Einwohner lockerer mit Wildcampern um. Dort wird weniger kontrolliert und meistens das Zelten für eine Nacht toleriert.

Lettland

Campen und übernachten ist auf Privatgrundstücken, Straßen und Parkplätzen außerhalb geschlossener Ortschaften erlaubt.

 

Wildcamper werden in der Regel toleriert.

Litauen

Außerhalb geschlossener Ortschaften darf auf Privatgrundstücken, Parkplätzen und Straßen gecampt und übernachtet werden.

 

Vor allem in ländlichen Gebieten sehen die Bewohner das Wildcampen locker. Bauern erlaufen meistens das Zelten für eine Nacht auf deren Grundstück.

Luxemburg

Wildcampen ist verboten. Es darf aber auf Privatgrundstücken mit maximal zwei Zelten gecampt werden.

 

Oft wird das Wildcampen abseits der Städte und für eine Nacht toleriert.

Niederlande

Wildcampen ist in den Niederlanden generell verboten und auch nicht auf Privatgrundstücken erlaubt.

 

Die gesetzliche Regelung wird streng durchgesetzt, sodass Wildcampen nicht möglich ist.

Österreich

Wildcampen ist grundsätzlich verboten. Das Übernachten auf Straßen und Parkplätzen ist in manchen Regionen möglich, jedoch nur mit der Genehmigung der lokalen Behörden.

Zelten auf Privatgrundstücken ist mit Erlaubnis der Besitzer möglich.

Die Behörden setzen die gesetzlichen Regelungen streng um. Wird man erwischt, ist mit Geldstrafen und sogar mit der Konfiszierung des Zelts zu rechnen.

Da das Campen auf Privatgrund mit Genehmigung des Besitzers erlaubt ist, wird man immer einen Grundstückseigentümer finden, der sein Land für eine Nacht zur Verfügung stellt.

 

Polen

Wildcampen ist erlaubt, wenn die Behörden oder Privatgrundstücksbesitzer die Erlaubnis erteilt haben.

An der Küste und in Naturschutzgebieten ist Wildcampen grundsätzlich verboten.

In Nationalparks und Naturschutzgebieten wird das Campingverbot streng durchgesetzt. Ansonsten wird eher locker mit dem Thema umgegangen. Vor allem in ländlichen Gebieten ist es kein Problem, die Erlaubnis für eine Nacht auf dem Grundstück eines Bauern zu bekommen.

 

Portugal

Wildcampen ist generell verboten.An der Küste, in Naturschutzgebieten und in touristischen Gebieten wird das Campingverbot streng kontrolliert und durchgesetzt. Außerdem wird in den Sommermonaten aufgrund der hohen Brandgefahr strikt auf die Einhaltung der Regelung geachtet.

Im Inland sowie in der Nebensaison wird (außer im Hochsommer) lockerer mit dem Thema umgegangen. Vor allem im Inland findet man meistens einen Privatgrundstückbesitzer, der das Zelten für eine Nacht erlaubt.

 

Rumänien

Wildcampen ist – außer in Naturschutzgebieten – erlaubt.Da die Rumänen selbst gerne zelten, hat man sogar an der Küste kein Problem mit Wildcampen. Zudem findet sich im Inland immer ein Bauer, der das Zelten auf seinem Privatgrundstück gestattet.
In den Bergen Rumäniens sind teilweise Hinweisschilder aufgestellt, die vom Wildcampen abraten. Grund für diesen Tipp sind die dort lebenden Braunbären.

Schottland

Wildcampen ist aufgrund des Jedermannsrecht erlaubt. Nur in Ausnahmen weisen Schilder auf ein Verbot hin.Das Jedermannsrecht sollte nicht überstrapaziert werden und somit sollte auf das Wildcampen in Nähe von Schulen, Wohnhäusern und Sehenswürdigkeiten verzichtet werden. Zudem müssen die Besitzer von Privatgrundstücken ihre Erlaubnis zum Zelten geben.

 

Schweden

Aufgrund des geltenden Jedermannsrechts ist Wildcampen erlaubt. Ausgenommen sind Wohn- und Feriensiedlungen, Naturschutzgebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen.In den Nationalparks und Naturschutzgebieten wird das Campingverbot streng kontrolliert und durchgesetzt. Manchmal ist dort aber das Biwakieren erlaubt.

Ansonsten ist es problemlos möglich, bis zu drei Nächten wildzucampen.

 

Slowakei

Wildcampen ist grundsätzlich verboten und ebenso auf Privatgrundstücken nicht erlaubt.Meistens wird das Verbot nicht streng durchgesetzt und die Einwohner stehen dem Wildcampen offen gegenüber. Somit ist es häufig möglich, für eine Nacht sein Zelt am Dorfrand, auf Wiesen und in Wäldern aufzuschlagen.

 

Slowenien

Wildcampen ist generell verboten und auch das Zelten auf Privatgrundstücken ist nicht erlaubt.In Naturschutzgebieten wird das Verbot streng kontrolliert und durchgesetzt. Ansonsten werden Wildcamper meistens toleriert und in der Regel ist es kein Problem, die Erlaubnis zum Zelten auf einem Bauernhof zu bekommen.

 

Spanien

Ob das Wildcampen erlaubt oder verboten ist, hängt von den regionalen Bestimmungen ab.An der Mittelmeerküste wird Wildcampen streng kontrolliert und vor allem wird das Zelten außerhalb von Campingplätzen nicht gerne gesehen und in der Regel verboten. Die Polizei fliegt auch häufig die Küste ab, sodass selbst an unbebauten Stränden Wildcamper entdeckt werden.

An der Atlantikküste wird lockerer mit dem Thema umgegangen, wobei direkt auf den Stränden nicht gecampt werden sollte.

Abseits der Küste sind die Kontrollen weniger streng.

In Naturschutzgebieten wird ebenfalls streng kontrolliert.

 

Tschechien

Wildcampen ist generell verboten, auch auf privaten Grundstücken.In ländlichen Regionen ist es in der Regel kein Problem, eine Nacht zu zelten. Die meisten Bauernhöfe geben die Erlaubnis, wenn freundlich gefragt wird.

 

Ungarn

Wildcampen ist grundsätzlich verboten. Auch das Zelten auf Privatgrundstücken ist nicht erlaubt.In ländlichen Gebieten bekommt man meistens die Erlaubnis der gastfreundlichen Einwohner, für eine Nacht sein Zelt auf Privatgrund aufzustellen.

 

Wales

Campen außerhalb von Campingplätzen ist nur mit Genehmigung der lokalen Behörden oder der Grundstücksbesitzer erlaubt.Die meisten Grundstücke sind in privater Hand, sodass man die Eigentümer um Erlaubnis fragen muss. In der Regel stehen die Einwohner Wildcampern offen gegenüber. Auch die Behörden tolerieren meistens das Zelten für eine Nacht.

 

Zypern

Wildcampen ist generell verboten.Im Süden des Landes wird die Regelung strenger kontrolliert als im Norden. Außerhalb der Hochsaison ist das Wildcampen an den Stränden oftmals möglich und wird toleriert.

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